PROJEKTE

INDEX

Explorationsprojekt im Indischen Ozean (2015-2030)

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hält im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Lizenz der Internationalen Meeresbodenbehörde zur Exploration polymetallischer Sulphide im indischen Ozean. Mit Unterzeichnung des Lizenzvertrages im Mai 2015 ist die BGR verpflichtet, detaillierte ressourcenorientierte Erkundungsarbeiten in dem Lizenzgebiet südöstlich von Mauritius durchzuführen.

Die biologische Auswertung ist dabei ein zentraler Bestandteil des INDEX-Projektes der BGR zur Exploration von Massivsulfidvorkommen für die Bundesrepublik Deutschland. Das Lizenzgebiet beinhaltet eine Fläche von 10.000 km²,2aufgeteilt in 100 Blöcken mit einer Kantenlänge von je 10 x 10 km.

Inactive chimneys with hydrothermal anemones and shrimps within the Edmond hydrothermal vent field

Die Biologischen Studien im INEDX Projekt haben das Ziel die pelagischen und benthischen Gemeinschaften im Gebiet nördlich der Rodriguez-Triple Junction (südlicher Zentralindischer Rücken) und entlang des südöstlichen Indischen Rückens zu untersuchen. Dabei soll die Artenvielfalt, die Häufigkeiten und die Verteilung von allen benthischen Organismen ermittelt werden. Mit Hilfe der Artzusammensetzung, der Verteilungsmuster und deren Verbindung zu Umweltvariablen werden abiotische Faktoren, die für die Erhaltung der Biodiversität in abyssalen Hydrothermalfeldern relevant sind erfasst. Gezielte Probennahmen, sowie Video- und Fotostrecken werde gesammelt und sollen Aufschluss über die Verteilung der Artengemeinschaften und deren Zusammensetzung von aktiven- und inaktiven Hydrothermalfeldern, sowie von dem angrenzenden abyssalen Ebenen liefern.

Anhand dieser Daten werden die Gemeinschaften unterschieden, der Austausch von Populationen beobachtet und Biotopkarten für die Region erarbeitet. Der Vergleich der Artengemeinschaften von verschiedenen Stationen soll ein besseres Verständnis der ökologischen und biogeografischen Faktoren liefern, die die Biodiversität in großen Maßstäben regulieren. Diese Umweltstudien dienen dazu, detaillierte Umweltdaten zu erheben und einen nachhaltigen Meeresschutz zu Gewährleisten und zu fördern.

Mehr Informationen

Website des INDEX-Projektes der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffsicherung (BGR)

MANGAN

Manganknollen-Exploration in den lizenzierten deutschen Gebieten der Clarion-Clipperton Fracture Zone

Seit 2010 begleiten Biologen des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung (Senckenberg, Wilhelmshaven) alle Expeditionen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und haben dabei rund 50.000 Proben von einzelnen Individuen der benthischen Fauna entnommen, um mit Hilfe molekulargenetischer Methoden die Diversität der Bodenbewohner in der Tiefsee des deutschen Lizenzgebietes zu untersuchen. Seit 2019 ist diese Aufgabe mit der Ausgründung auf INES übertragen worden, die neben den von der BGR initiierten Expeditionen auch Fahrten in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für marine Biodiversitätsforschung zu den ökologischen Auswirkungen eines potenziellen Tiefseebergbaus und den damit verbundenen Störungen der Fauna durchführt (JPIO, (www.jpi-oceans.eu); Discol, (www.discol.de)).www.jpi-oceans.eu); Discol, (www.discol.de).

Die bisher ausgewerteten Proben zeigen eine hohe Abundanz und Diversität. Die Bestandsaufnahme der Artenvielfalt und Besiedlungsdichte der Bodenorganismen liefert einen Beitrag zur großräumigen Erfassung der Lebensgemeinschaften im Manganknollengürtel der Clarion-Clipperton Fracture Zone. Auf Grundlage solcher Daten, die von verschiedenen internationalen Forschergruppen erhoben wurden, hat die International Meeresbodenbehörde in 2012 neun Schutzgebiete von 400 x 400 Kilometern Größe ausgewiesen, die insgesamt rund 30 Prozent der Fläche des Manganknollengürtels umfassen. Diese Gebiete sollen den Erhalt der einzigartigen Ökosysteme in der Tiefsee des Manganknollengürtels sicherstellen und eine Wiederbesiedlung abgeernteter Flächen nach einem eventuellen zukünftigen Abbau ermöglichen. Außerdem ist INES zusammen der BGR in dem europäischen Großprojekt JPI Oceans Mining Impact tätig, die die Auswirkungen eines zukünftigen Tiefseebergbaus detailliert untersuchen. In diesem Rahmen soll insbesondere die Ausbreitung von Suspensionswolken, die beim Einsatz von Geräten zum Abbau der Manganknollen entstehen könnte, untersucht werden. Datenanalysen zeigen, dass die Strömungsgeschwindigkeiten in 4000 Metern Wassertiefe mit 1 bis 5 Zentimetern pro Sekunde meist sehr gering sind und die Richtung der Strömung variabel ist. Strömungsgeschwindigkeit und -richtung des Bodenwassers werden vor allem durch die Gezeiten und sogar durch den Wind an der Meeresoberfläche gesteuert.

Mehr Informationen

Website des MANGAN-Projektes der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffsicherung (BGR)